New-Work-Kolumne „Schichtwechsel“

Reverse Mentoring: Wie Kliniken vom Generationenmix profitieren

  • Personal
  • Management
  • 10.10.2025

f&w

Ausgabe 10/2025

Seite 930

Julia von Grundherr und Katharina Lutermann auf dem DRG|Forum 2024
In vielen Kliniken treffen heute bis zu fünf Generationen aufeinander – eine Herausforderung, aber auch eine große Chance. Reverse Mentoring kehrt klassische Rollen um und fördert den beidseitigen Wissensaustausch. Katharina Lutermann zeigt, wie Führungskräfte und junge Mitarbeitende voneinander lernen und gemeinsam das Miteinander stärken können.

In vielen Kliniken treffen aktuell bis zu fünf verschiedene Generationen aufeinander: eine Herausforderung, die auch Chancen birgt, wenn die Unterschiede bewusst genutzt werden. Doch in den klassischen Mentoringprogrammen geben meist die Erfahrenen ihr Wissen an die Jüngeren weiter; sicher ein wertvoller, aber einseitiger Austausch. Reverse Mentoring – also das „umgekehrte“ Mentoring – dreht die klassische Rollenverteilung um: Nicht die Seniorität bestimmt, wer Wissen weitergibt, sondern die jeweilige Expertise. Im Krankenhaus kann dieses Modell helfen, voneinander zu lernen und Brücken zwischen den Generationen zu schlagen.

Die Situation

In einer Klinik wurde seit Jahren ein klassisches Mentoringprogramm gepflegt: Erfahrene medizinische wie pflegerische Führungskräfte begleiteten jüngere Kolleg:innen beim Einstieg in ihre Rollen. Doch zunehmend zeigte sich, dass diese einseitige Wissensvermittlung an Grenzen stößt.

Ein Mentoring-Tandem berichtete schließlich, dass sie die Rollen regelmäßig getauscht hätten: Mal war die erfahrene Oberärztin Mentorin, mal die junge Assistenzärztin. Beide empfanden die Gespräche als bereichernd, weil nicht nur Wissen weitergegeben, sondern gegenseitiges Lernen möglich wurde. Für die Klinikleitung war das der Anstoß, Reverse Mentoring als systematischen Ansatz einzuführen.

Das Ziel

Mit einem Reverse-Mentoring-Programm sollen beide Seiten voneinander profitieren: Erfahrene Führungskräfte erhalten praxisnahe Einblicke in digitale Trends, Arbeitsweisen der jungen Generation und deren Erwartungen an gute Zusammenarbeit. Umgekehrt bekommen die Jüngeren Zugang zu wertvollem Erfahrungswissen über Führung, Organisation und strategische Entscheidungen. Ziel ist ein offener, wertschätzender Austausch, der Silos überwindet und das Miteinander stärkt.

Der Impuls

Die Klinik startet ein Pilotprojekt mit zehn Tandems. Jeweils eine Führungskraft und ein jüngerer Mitarbeitender aus unterschiedlichen Bereichen treffen sich regelmäßig für einstündige Gespräche. Die Themen legt das Tandem gemeinsam fest, denn beide Seiten sind Lernende und Lehrende. Schon nach einigen Monaten zeigen sich erste Effekte: Führungskräfte berichten, dass sie digitale Anwendungen selbstverständlicher einsetzen und besser verstehen, wie die junge Generation tickt. Die Jüngeren fühlen sich gehört, geschätzt und entwickeln gleichzeitig ein realistisches Bild von Führungsaufgaben. Aus dem Projekt entstehen nicht nur persönlicher Austausch und Vertrauen, sondern auch konkrete Verbesserungsideen, etwa für die interne Kommunikation.

Autor

f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus

Die Fachzeitschrift für das Management im Krankenhaus

Erscheinungsweise: monatlich

Zeitschriftencover

Klinik-Newsletter

Abonnieren Sie unseren kostenlosen täglichen Klinik-Newsletter und erhalten Sie alle News bequem per E-Mail.

* Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig News aus der Gesundheitswirtschaft zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen. 

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich