Zukunftskonzept

Kliniken Landkreis Sigmaringen sollen an einem Standort gebündelt werden

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Kliniken Landkreis Sigmaringen sollen an einem Standort gebündelt werden
© ©Werner Krueper Fotografie

Um die Gesundheitsversorgung im Landkreis Sigmaringen zukunftsfähig aufzustellen, wurde für die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH ein Zukunftskonzept erarbeitet. Dieses sieht die Bündelung der stationären Patientenversorgung am Standort Sigmaringen vor. An den Standorten Pfullendorf und Bad Saulgau sollen ambulante Strukturen entstehen. Mit dem Zukunftskonzept werde ab 2025 ein nachhaltig positives Jahresergebnis erwartet, das langfristig den Investitionsbedarf für die Kliniken finanzieren kann, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises. 

Das medizinische Zukunftsprofil wurde von der Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt. Es sieht vor, dass im Zuge einer Zusammenlegung die Bettenanzahl auf 420 akutstationäre somatische Betten (davon 90 Betten für die Psychiatrie) reduziert werde. Aktuell gibt es an den drei Standorten 523 Betten. Grund für die Reduzierung ist, dass der akut-stationäre Versorgungsbedarf im Landkreis aufgrund der Bevölkerungsentwicklung, zunehmender Ambulantisierung und der anhaltenden Corona-Pandemie weiterhin sinken wird. Im Sinne der Sicherstellung medizinischer Qualität, Erfüllung von Strukturvoraussetzungen, Konzentration der personellen Ressourcen und notwendiger Wirtschaftlichkeit, sollen die Betten in Zukunft am Standort Sigmaringen vorgehalten werden. Ebenso soll der Standort um eine geriatrische Station erweitert werden. Auch die Gefäßchirgurgie, die aktuell am Standort Pfullendorf ist, soll verlagert werden. 

In Pfullendorf und Bad Saulgau sollen ambulante Strukturen auf- und ausgebaut werden. Die Kliniken würden an der Entwicklung von Nachnutzungskonzepten, beispielsweise mit eigenen MVZ, mitwirken.

"Die in den letzten Jahren zunehmende Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Gesundheitsversorgung und die damit einhergehende wirtschaftliche Entwicklung der Kliniken im Landkreis Sigmaringen machen eine solch' umfassende strukturelle Veränderung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Sigmaringen notwendig“, erklärt Dr. Jan-Ove Faust, Geschäftsführer der SRH Kliniken im Landkreis Sigmaringen und MVZ Tochtergesellschaften. 2014 wurden die Kliniken zu 51 Prozent an die SRH Kliniken Holding übertragen. Weitere Gesellschafter sind der Landkreis Sigmaringen (36,26 Prozent) und der Spitalfonds Pfullendorf (12,74 Prozent). 2017 wurde erstmals ein Konzept erarbeitet, das die Weiterentwicklung unter Erhalt der drei Standorte vorsah. In Teilen konnte das Konzept umgesetzt werden, jedoch wurde 2019 erstmals ein negatives Ergebnis erwirtschaftet. Analysen ergaben, dass dies ein Ergebnis struktureller Themen sei. In den darauffolgenden Jahren spitzte sich die Situation, flankiert durch die Pandemie, weiter zu. Auch veränderte Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen trafen die Kliniken und führten letztlich zur Erstellung des neuen Konzepts. Als Gründe nennt der Landkreis den GBA-Beschluss zu Notfallstrukturen im Krankenhaus, wonach nur noch Kliniken mit entsprechender Größe und Erfüllung zahlreicher Strukturversorgung Vergütungszuschlage für die Notfallversorgung erhalten. Ebenso werden die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung, die Ausgliederung des Pflegebudgets und das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz genannt. 

Über das Konzept und die weitere Vorgehensweise müssen nun Gesellschafter und der Aufsichtsrat nach internen Beratungen in ihren Gremien entscheiden. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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