Reformkommission

AOK lehnt Tagespauschalen ab

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AOK lehnt Tagespauschalen ab
Carola Reimann © AOK Mediendienst

Die gestern von der Regierungskommission präsentierten Vorschläge zu Tagespauschalen im Krankenhaus haben unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen.

„Die Vorschläge laufen darauf hinaus, dass ambulant erbrachte Leistungen künftig auf dem bisherigen DRG-Niveau bezahlt werden sollen, ohne dass sich die Strukturen ändern und die Versicherten davon profitieren“, kritisiert die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann. Stattdessen schlägt die AOK die Einführung einer definierten Quote von ambulanten Leistungen der Krankenhäuser vor. Zudem werde die Misstrauenskultur verschärft, die ja Anlass für das MDK-Reformgesetz war. Kritisch bewertet Reimann das Vorhaben, die bisherige EBM-Vergütung von ambulanten Notfällen im Krankenhaus um Betreuungszuschläge in Höhe von bis zu 400 Euro zu ergänzen. Hier drohten Mehrkosten von bis zu 4 Milliarden Euro.

Auch der Hartmannbund äußert sich kritisch. „Angesichts der bereits bestehenden vielfältigen Möglichkeiten, ambulante Behandlungen – und um solche handelt es sich hier – am Krankenhaus vorzunehmen, mag diese Maßnahme die personellen Ressourcen zwar partiell entlasten, sorgt aber im Wesentlichen – wie schon die Vorschläge zur Vergütung der Pädiatrie – als erneutes Stückwerk einer überfälligen Reform eher für Verwirrung als für spürbare strukturelle Verbesserungen“, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises Stationäre Versorgung, Galina Fischer. Auch die vielleicht gut gemeinte Absicht einer zügigen Umsetzung von Einzelmaßnahmen könne nicht über den offenbar fehlenden konzeptionellen Ansatz des Gesundheitsministers für seine Kommission hinwegtäuschen. 

Deutlich positiver äußert sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). "Die flächendeckende Einführung tagesklinischer Behandlungen in den Krankenhäusern ist ein Schritt in die richtige Richtung",  teilt der Verband mit. Der jetzt vorgeschlagene erste Schritt biete die Perspektive, klinische ambulante Behandlungsprozesse zu entwickeln und im Interesse der Patientinnen und Patienten einzusetzen. "Mit der Umsetzung dieser Empfehlungen können Krankenhäuser wichtige Praxiserfahrungen sammeln, die sie dann später bei weitergehenden Ambulantisierungsschritten nutzen können." Bedenken der Krankenkassen hinsichtlich einer unkontrollierten Leistungsausweitung teile man nicht, da die Kommission für dieses neue Behandlungsangebot die gleichen Voraussetzungen sieht wie für die vollstationäre Behandlung mit Übernachtung im Krankenhaus.

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