Medizintechnik

BVMed erwartet spürbaren Umsatzrückgang

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BVMed erwartet spürbaren Umsatzrückgang
Meinrad Lugan © B. Braun

Die Medizintechnikindustrie ist durch die Corona-Krise stark beeinträchtigt, erklärt der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). Einer Umfrage zufolge, bei der 118 der 228 Mitgliedsunternehmen des BVMed teilgenommen haben, ist in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 4,9 Prozent zu rechnen – bei einem Umsatzplus von 3,3 Prozent im Vorjahr. Zwei Drittel der Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung der Gewinnsituation. Das liege unter anderem an der Belegungsquote in Kliniken, die derzeit "noch 10 bis 15 Prozent unter dem Wert vom Vorjahr liegt", so Dr. Meinrad Lugan, Vorstandschef des Verbandes. Das liege allein an verschobenen Operationen, auch akute Krankheiten würden seltener behandelt. Für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sei die Krise deshalb existenzbedrohend, so Lugan, zumal sie aus dem Rettungsfonds der Bundesregierung erst Gelder beantragen können, wenn ihr Umsatz um mehr als 60 Prozent einbricht.

Regierung und Wirtschaft müssten die Krise als Innovationstreiber nutzen. Erleichterungen, die sich als wirksam erwiesen haben, sollten ausgeweitet werden. "Dazu gehören telemedizinische Lösungen, aber auch die Erleichterung bei der Verordnung von medizinischen Produkten", so Lugan. Vor allem die zunehmende Bürokratie empfinde die Branche mittlerweile als "überbordend". Sie müsse auf den Prüfstand. Digitalisierung und bessere Datennutzung könnten helfen, sie einzudämmen.

Zur Vermeidung von Lieferengpässen schlägt der Verband eine digitale Plattform für versorgungskritische Medizinprodukte vor. Damit ließe sich die Verteilung von Medizinprodukten in Krisensituationen besser organisieren. Die Plattform solle über offene GS1-Schnittstellen laufen, so der Verband. Der Vorschlag bezieht sich auf die vom Gesundheitsministerium geplante "Nationale Reserve Gesundheitsschutz".

„Hier muss unbedingt die logistische Expertise der MedTech-Branche eingebunden werden“, unstrich BVMed-Vorstandschef Lugan. "Für über 80 Prozent aller kritischen Produkte gibt es keinen Mangel, sondern ein Verteilungsproblem. Hier wäre eine digitale Bestandsplattform eine gute Lösung". Erste Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium haben bereits stattgefunden.

Autor

 Jens Mau

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