Digitalisierung

EU-Kommission will freien Zugriff auf Gesundheitsdaten ermöglichen

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EU-Kommission will freien Zugriff auf Gesundheitsdaten ermöglichen
Female doctor working on futuristic transparent monitor on blue background. © GettyImages/svetikd

Bis 2025 sollen alle Versicherten in der EU via Smartphone oder Internet Zugriff auf Rezepte, Laborergebnisse, Röntgenbilder, Entlassungsberichte oder Impfnachweise haben können. Geplant ist zudem, dass die Nutzer ihre Daten auch Ärzten oder Apothekern grenzüberschreitend zugänglich machen können. Das geht aus einem Gesetzentwurf für einen europäischen Gesundheitsdatenraum hervor, wie die FAZ berichtet.

Mit dieser Regelung würden Nachzügler wie Deutschland in die Pflicht genommen werden, denn in Sachen Digitalisierung des Gesundheitswesens sind andere Länder längst Vorreiter. In Dänemark sind sämtliche Patientendaten zentral gespeichert, sodass nicht nur Patienten sondern auch Krankenhäuser, Arztpraxen, Labore und Apotheken in Echtzeit zugreifen können. Auch Schweden, Finnland, Estland, Österreich und Spanien haben Deutschland abgehängt. Zwar gibt es hierzulande die elektronische Patientenakte, flächendeckend genutzt wird sie jedoch noch nicht. Eine repräsentative Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom hat ergeben, dass erst 0,5 Prozent der Befragten die elektronische Patientenakte nutzen. Viele wollen sie nutzen (76 Prozent), wurden jedoch noch nicht von ihrer Kasse informiert (52 Prozent). 62 Prozent der Befragten fordern daher, dass alle Versicherten die elektronische Patientenakte automatisch erhalten. Genauere Zahlen liefert dazu auch die Gematik in ihrem Dashboard selbst, seit dem Start im Januar 2021 gibt es 453.351 aktive elektronische Patientenakten. Auch die Einführung des e-Rezepts verläuft noch schleppend, da es sich noch immer in der Testphase befindet. Mit inzwischen 10.000 eingelösten E-Rezepten konnte die Gematik jedoch einen kleinen Erfolg verbuchen. „Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass das E-Rezept funktioniert und sich die Beteiligten zusehends sicherer fühlen und ihre Prozesse hinsichtlich des E-Rezeptes optimiert haben“, resümiert Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik GmbH. 

Nun soll der digitale Zugriff EU-weiter Standard werden. Nach Angaben der FAZ stehen die Aussichten für das Gesetz, das Anfang Mai offiziell vorgestellt werden soll, gut. So habe das Europäische Parlament grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, müssten dann noch die EU-Staaten zustimmen. Eine weitere Stoßrichtung des Gesetzes ist auch die Erleichterung der Forschung. Die Daten sollen nur auf Antrag in anonymisierter Form bereitgestellt werden, die auch eine indirekte Identifizierung des Patienten unmöglich mache. Der Verkauf der Daten an Dritte sei ebenso untersagt wie die Nutzung für komerzielle Werbung oder Entscheidungen darüber, ob einzelne Patienten oder Patientengruppen Zugang zu Versicherungen oder Bonusprogrammen von Versicherungen bekommen. Zusätzlich soll die Entwicklung künstlicher Intelligenz genutzt werden, um KI-Algorithmne zu testen, trainieren und bewerten. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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