Ambulantisierung

Jede zehnte Behandlung ambulant möglich

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Jede zehnte Behandlung ambulant möglich
© GettyImages/vm

Laut einer Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung könnte jede zehnte Krankenhausbehandlung mittlerweile ambulant erbracht werden. Das Potenzial dafür liege vor allem in den Krankenhausbehandlungen, bei denen Menschen nur kurz stationär aufgenommen werden und bei denen keine schwerwiegende Akuterkrankung vorliegt. Wie die Barmer mitteilt, sei eine ambulante Versorgung in der Regel schneller und schonender. Ein zusätzlicher Effekt sei die Entlastung der Krankenhäuser, die sich dann auf schwere und komplexe Behandlungen konzentrieren könnten -  das sei auch ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel. 

Grundlage für die Auswertung sind die Barmer-Daten des Jahres 2019. Insgesamt zeige sich nach Kontextprüfung ein Ambulantisierungspotenzial von zehn bis zwölf Prozent. Auch für das Jahr 2020 bestätige sich der Trend, beispielsweise in Thüringen: Hier waren im Jahr 2020 rund 70.000 Patienten nur für eine Nacht im Krankenhaus, was 13 Prozent aller Fälle entspricht. Weitere 15 Prozent verbrachten nur zwei Nächte im Krankenhaus. Statistiken belegten zudem, dass nicht nur die Zahl der Krankenhausbehandlungen, sondern auch die durchschnittliche Verweildauer seit 2018 rückläufig sei. 

Auch das kürzlich vorgestellte Iges-Gutachten zum AOP-Katalog bestätige, dass sich die im derzeitigen AOP-Katalog aufgeführten rund 2.500 Leistungen nahezu verdoppeln lassen würden. „In Summe bedeutet all das nicht weniger als das Ende des Dualismus von stationärem und ambulanten Sektor und den Start von mehr sektorenübergreifender Gemeinsamkeit; bei der Ausstattung und den Qualitätsanforderungen zum Beispiel“, schlussfolgert Thüringens Barmer-Chefin Birgit Dziuk. Zwischen Krankenhaus und Arztpraxis müsse und werde viel Neues entstehen. „Viele Kliniken, vor allem kleine Häuser, kommen zunehmend in Not und klagen über niedrige Auslastung. Die klare Botschaft lautet jedoch: Jeder Standort wird gebraucht“, so Dziuk weiter. Nun müsse analysiert werden, welche konkrete Versorgung jeweils vor Ort sinnvoll wäre. Anstelle defizitärer, nicht ausgelasteter Kliniken könnten gegebenenfalls ambulant-stationäre Versorgungszentren treten. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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