KHAG

Andreas Philippi: „Ich erwarte Kompromissbereitschaft"

  • Krankenhausreform
Andreas Philippi
Andreas Philippi © Andreas Philippi
Der niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi, derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK), fordert Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und die Bundestagsfraktionen zu mehr Kompromissen im Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) auf.

Bund und Länder hätten bei den Verhandlungen um das KHAG gute Zwischenergebnisse erzielt. „Um die Krankenhausreform insbesondere in Flächenländern wie Niedersachsen erfolgreich umsetzen zu können, braucht es an einigen Stellen noch Änderungsbedarf“, so Philippi.

Die Länder hatten den Bund zuvor aufgefordert, den Ländern Ausnahmegenehmigungen bei der Zuweisung von Leistungsgruppen zu gewähren, die umstrittene Standortdefinition mit der 2.000-Meter-Regel zu erweitern, den Krankenhaustransformationsfonds für Investitionen in den Bestand zu öffnen und eine Korrektur der Vorhaltevergütung zu ermöglichen, bevor die budgetneutrale Phase endet. Diese Änderungsvorschläge müssten im Gesetz berücksichtigt werden, um eine gute flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. „Leider gewinne ich aber immer mehr den Eindruck, dass die Bundesgesundheitsministerin keine klare Haltung zur Krankenhausreform hat“, schob der SPD-Gesundheitsminister Niedersachsens nach.

Dem Vernehmen nach sind es im Bundestag aber auch Philippis SPD-Genossen, die sich gegen Änderungen beim Transformationsfonds, den Leistungsgruppenausnahmen oder der Standortdefinition sträuben.

Der Politpoker geht auf die Zielgerade

In der kommenden Woche soll der Bundestag einer geeinten Fassung des Gesetzes zustimmen. Am 6. oder 27. März könnten die Länder in ihrer Bundesratssitzung dem Gesetz zustimmen. Oder sie schicken es, wie schon das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und zuletzt das Pflegegesetz BEEP, in den Vermittlungsausschuss.

Der Politpoker oder das „interne Armdrücken“ in der Koalition – wie es Bernadette Rümelin nennt – hat begonnen. „Es scheint in der SPD Planspiele zu geben, das KHAG ganz scheitern zu lassen“, vermutet die Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands. Sie kritisiert insbesondere die Vorhaltefinanzierung, die „das Geld auf einzelne, sehr große Klinikstandorte“ konzentriere, ungeachtet der bedarfsgerechten Versorgungsstrukturen.

Vor den Landtagswahlen Handlungsfähigkeit beweisen

„Im schlimmsten Fall fallen wir auf die Regelungen im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) zurück – das darf nicht passieren“, resümiert Philippi. Das wäre kein gutes Zeugnis für das Politikmanagement der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Es wäre aber auch ein schlechtes Signal der Volksparteien SPD und CDU im Wahlmonat März. Baden-Württemberg (8. März) und Rheinland-Pfalz (22. März) wählen den Landtag – in Bayern (8. März) und Hessen (15. März) werden Kreistage, Städte- und Gemeinderäte gewählt. Besser wäre, wenn Bund und Länder vor diesen Terminen in der Gesundheitspolitik Handlungsfähigkeit beweisen würden.

Autor

 Jens Mau

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

BibliomedManager MONATSPASS

Jetzt einen Monat vollen Einblick

  • Unbegrenzter Zugriff auf alle Fachartikel und Analysen
  • Ideal für Entscheider im Gesundheitswesen
  • Endet automatisch - völlig unverbindlich

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich