Barmer-Krankenhausreport

Mehr Krankenhausinfektionen seit der Pandemie

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Mehr Krankenhausinfektionen seit der Pandemie
© Getty Images/Sascha Schuermann/Freier Fotograf

Die Zahl der Krankenhausinfektionen ist seit Beginn der Corona-Pandemie gestiegen. Bis Ende 2020 gab es bundesweit etwa 34.000 zusätzlich Infizierte. Das geht aus dem aktuellen Barmer-Krankenhausreport hervor, dessen Schwerpunkt bei den Auswirkungen der Pandemie auf nosokomiale Infektionen in deutschen Krankenhäusern liegt. Grundlage des Reports sind die pseudonymisierten Routinedaten von rund 8,8 Millionen Barmer-Versicherten. 

Nach Schätzungen erkranken jährlich bis zu 600.000 Patienten an einer Krankenhausinfektionen, die bei bis zu 15.000 Personen tödlich verläuft. Seit Beginn der Pandemie habe sich diese Situation verschärft, so wurden 34.000 zusätzlich Erkrankte und 1.300 weitere Todesfälle verzeichnet. "Dass die Zahl der Krankenhausinfektionen während der Pandemie gestiegen ist, kann neben der veränderten Patientenstruktur und vulnerablen Fällen auch auf erhöhte Arbeitsbelastung in Kliniken und Personalausfälle zurückgeführt werden", sagt Prof. Dr. Boris Augurzky, Autor des Krankenhausreports und Leiter des Kompetenzbereichs "Gesundheit" am RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Gerade während der ersten Welle hätten vor allem ältere Menschen auf den Stationen gelegen, die deutlich anfälliger für Infektionen seien, so Barmer-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Christoph Straub. 

Wie aus dem Report hervor geht, erkranken rund 17 Prozent der Patienten auf Intensivstationen an einer nosokomialen Infektion. Die auf Intensivstationen häufig angewendeten Diagnose- und Behandlungsverfahren und das geschwächte Immunsystem würden das Infektionsrisiko erheblich erhöhen. Im Regelfall könnten diese Infektionen gut mit Antibiotika behandelt werden. Bei Resistenzen gibt es nur noch wenig verbleibende Reserveantibiotika. Die Infektion hat auch finanzielle Folgen: Durch die verlängerte Verweildauer und zusätzliche Diagnostik- und Therapieverfahren erhöhen sich die Behandlungskosten. Diese schlagen jährlich mit insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro in Deutschland zu Buche. 

Um das Problem mit den Krankenhausinfektionen in den Griff zu bekommen, fordert Straub einen Masterplan für mehr Hygiene, der unter anderem eine intensive Auseinandersetzung mit Klinikhygiene in der pflegerischen und ärztlichen Ausbildung beeinhaltet. 

Der Berliner Krankenhausträger Vivantes gründete im Juli ein Zentrum für Infektionsmedizin, um die Ausbreitung von resistenten Erregern zu bekämpfen.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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