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Zurück in die Zukunft

  • Digitalisierung
  • Technologie
  • 22.04.2022

f&w

Ausgabe 4/2022

Seite 384

Digitalisierung ist branchenübergreifend in aller Munde und es ist klar, dass digitale Lösungen in den Krankenhäusern sowie eine intersektorale Versorgung erforderlich sind, um die Qualität der deutschen Gesundheitsversorgung auch künftig sicherstellen zu können. Dieses Ziel formulierte die vorherige Bundesregierung im Jahr 2020 explizit im „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“. Das Krankenhauszukunftsgesetz fördert es mit bisher beispiellosen Investitions­mitteln in Höhe von 4,3 Milliarden Euro.

Dieser vor uns allen liegende neue Weg ist mit zahlreichen Änderungen und Innovationen verbunden. Daher können Lösungen von gestern die Herausforderungen von morgen nicht bewältigen. Die IT-Organisation der Zukunft muss zu einer der maßgeblichen Speerspitzen der Veränderung und Transformation der Geschäftsseite werden. Doch wie kann das gelingen?

Eine einfache Antwort darauf gibt es – wie so oft – leider nicht. Doch damit dieser Wandel erfolgreich sein kann, bedarf es zuerst eines neuen Verständnisses und neuer Prozesse in der IT: IT-Organisationen bringen diese immer häufiger auf den Weg, indem temporär auf Projekte verzichtet wird, um einen Moment des Innehaltens und der Neusortierung zu ermöglichen. Das klingt zunächst simpel, ist es allerdings nicht. Denn dieser Schritt wirkt zunächst hemmend und rückwärtsgewandt. Im Rahmen der Neuausrichtung gehen Unternehmen zudem vermehrt den Weg, die Projektkultur in IT-Organisationen durch eine produktorientierte, agile Kultur zu ersetzen. Folge sind signifikante Steigerungen ihres IT-Outputs, wozu beispielsweise die Einführung einer verstärkten Automatisierung und einer DevOps-Umgebung gehört, um Technologen bei der schnellen Bereitstellung von Anwendungen zu unterstützen. Doch Technologie ist und bleibt trotz aller Innovation und Disruption lediglich Mittel zum Zweck. Denn es sind die Menschen, die diese Dinge verstehen und sie auf neue Art und Weise einsetzen müssen.

Es gilt daher, IT-Organisationen auf die Zukunft einzustimmen, um mit den Anforderungen Schritt halten zu können. Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit anderen Fachab­teilungen im Unternehmen. Die IT muss raus aus ihrem Elfenbeinturm und IT-Silo, sich zeigen, mit anderen Unternehmensbereichen proaktiv zusammenarbeiten und eventuell verloren gegangenes Vertrauen wiederaufbauen. Denn genau dieses interaktive Vertrauen bildet das Fundament, auf dem IT-Organisationen mit innovativen Projekten strategisch und zukunftssichernd für eine ganze Unternehmung wirken können.

Die vorherigen Zeilen mögen auf den ein oder anderen wie blasse oder unrealistische Theorie wirken. Doch es gibt tatsächlich Unternehmen, die den oben erwähnten Weg der Transformation bereits erfolgreich beschritten haben. Sie lösten die altbekannten Linienstrukturen der IT entlang der Entwicklung und des Betriebs sukzessive auf. Ersetzt wurden sie durch autonome, interdisziplinäre Teams. Am Anfang dieses Weges ging es zunächst darum, innezuhalten, um zukunftsfähige Strukturen, Prozesse und Architekturen weiterzuentwickeln und zu orchestrieren.

Der Autor ist Geschäftsführer der Sana IT Services GmbH.

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