Bilanzgespräch

"Dezentral sind wir schneller"

  • Finanzen
  • Management
  • 13.05.2022

f&w

Ausgabe 5/2022

Seite 446

Die Insolvenz ist abgewendet. Jetzt folgen stattdessen Strukturveränderung und Schwerpunktbildung: Markus Funk, Geschäftsführer der Imland Klinik gGmbH Rendsburg, zeigt auf, wie er die Standorte in Rendsburg und Eckernförde medizinisch und wirtschaftlich erfolgreich erhalten will und es schafft, im Zusammenspiel zwischen Medizin, Politik und Mitarbeitern das Optimum herauszuholen.

Herr Funk, Sie sind seit Juli 2020 Geschäftsführer der Imland Klinik. Was konnten Sie bisher bewegen?

Wir haben einen Restrukturierungsprozess angestoßen, indem wir Entscheidungskompetenzen in dezentrale Strukturen verlagert haben. So haben wir zum Beispiel operative Betriebsleitungen in den Kliniken mit dem klassischen Dreigestirn aus Kaufmann, Pflegekraft und Arzt eingeführt, die den Standort operativ und im Ergebnis verantworten. Für mich ist wichtig, dass in dezentralen Bereichen schnell unternehmerisch entschieden werden kann und nicht pyramidenartig alles auf die Entscheidungsspitze zuläuft. Denn das war ein großes Problem bei Imland.

Wie sieht das Konzept für die Neuausrichtung aus?

In einem umfassenden Strategieentwicklungsprozess haben wir Modelle entwickelt, bei denen wir künftig zwei Krankenhäuser haben, die synergistisch miteinander arbeiten. Das Ergebnis ist ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Szenario. Gleichzeitig decken wir den Versorgungsbedarf der Bevölkerung im Kreis bedarfsgerecht und beide Standorte können erhalten bleiben. Der Standort Eckernförde soll zu einer internistisch-altersmedizinischen und psychiatrischen Klinik weiterentwickelt werden. Am Standort Rendsburg soll eine Restrukturierung der klinischen Fachabteilungsstrukturen mit einer Bündelung der operativen Leistungen erfolgen.

Kreistag und Gesellschafterversammlung haben dem Szenario 5 für die Neuausrichtung der Imland Klinik im Februar 2022 zugestimmt ...

Ja, und wir stehen jetzt mit unserem Restrukturierungsprozess in den Startlöchern. 

Wie konnte es zur finanziellen Schieflage bei Imland kommen?

Einer der Gründe waren die beiden Standorte, die teilweise im Wettbewerb zueinander standen. Die Versorgungsbedarfsanalyse, die im Jahr 2021 von der Firma Curacon gemeinsam mit dem Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein gemacht wurde, kam zu der Erkenntnis, dass man heute in Eckernförde kein Krankenhaus mehr bauen würde.

Was gab den Startschuss zur Neuausrichtung?

Wahrscheinlich die 15 Millionen Euro, mit denen der Kreis Imland unter die Arme greifen musste, um eine Insolvenz abzuwenden. 2019 hatte Imland – nach den negativen Jahren von 2014 bis 2018 – ein leicht positives Ergebnis. Die Coronapandemie verschärfte 2020 jedoch die wirtschaftlich angespannte Lage erneut. Bei gleichen Kosten gingen die Erlöse und Fallzahlen deutlich zurück. Trotz allem konnten wir 2020 mit einem nur leicht negativen Ergebnis in Höhe von 0,42 Millionen Euro abschließen. Aber nicht das Ergebnis war das Problem, sondern unsere fehlende Liquidität. Aufgrund der niedrigen Inzidenz 2020 in Schleswig-Holstein bekam das Haus nur geringe Ausgleichszahlungen. Im März 2021 stand Imland am Rande einer Insolvenz.

Welche Zwischenbilanz der Rekommunalisierung im Jahr 2019 ziehen Sie?

[...]

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