Klinikreform

Weber: Der Teufel steckt im Detail

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  • 28.12.2022

f&w

Ausgabe 1/2023

Seite 28

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Pläne für seine große Krankenhausreform präsentiert. Nun braucht er neue Verbündete, um das DRG-System und die Krankenhausplanung umzukrempeln. Das Fachmagazin f&w hat für die Januar-Ausgabe die wichtigsten Stakeholder befragt, wie sie die Vorschläge der Reformkommission bewerten. 

Michael Weber, Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärztinnen und -ärzte, warnt: Viele Schwerpunktversorger müssten ärztliches Personal aufstocken, das jedoch nicht vorhanden ist.

  


   

"Der Titel ist viel zu bescheiden, denn hier ist eine radikale Umwandlung der Krankenhauslandschaft geplant. Die Vorhaltepauschalen sind gut nachvollziehbar. Hier könnte endlich der ökonomische Druck von Medizinern und Managern genommen werden. Das setzt aber eine ausreichende Finanzierung der Kliniken voraus – dafür gibt es aber bisher keine Vorschläge. Außer man hat vor, so viele Standorte zu schließen, bis das Geld wieder reicht. Bei den Versorgungsstufen stellt sich die Frage: Warum spricht man von drei Stufen, wenn man mit fünf plant? Sind Häuser der Stufe 1i noch Krankenhäuser oder nicht doch Einrichtungen der Kurzzeitpflege? Insgesamt steckt der Teufel im Detail: Voraussetzungen für die Schwerpunktversorger (Level 2) sind mindestens drei internistische Leistungsgruppen. Viele haben bisher aber nur zwei. Kommt da ein dritter Bereich hinzu, braucht es dafür wohl mindestens mehrere Oberärzte. Doch dafür fehlt das Personal am Markt.

Eine Reihe der Vorschläge ist konstruktiv und durchdacht. Allerdings haben viele mehr oder weniger das Ziel einer radikalen Zentralisierung. Der Titel müsste also heißen „Grundlegende Reform der Krankenhausvergütung und -planung“! Die Reform greift massiv in die Krankenhausplanung ein und das werden die Länder sich nicht gefallen lassen. Allerdings können die zahlreichen Bürgerbegehren von Bayern bis Schleswig-Holstein, die eine Verschlankung der Struktur in jüngster Zeit immer wieder verhindert haben, auf Dauer den Ruf nach einem solchen Vorgehen lauter werden lassen."

   

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