Veränderungsprojekte im Krankenhaus starten häufig mit Problemanalysen, Maßnahmenlisten und Zeitplänen. Was dabei oft fehlt, ist ein gemeinsames Bild davon, wofür sich der Aufwand lohnt. Die Future-Headlines-Methode schafft ein gemeinsames Zukunftsbild, das alle Berufsgruppen einbindet.
Nehmen wir an, in einer Klinik soll die Patientenaufnahme neu gestaltet werden. Ärzt:innen, Pflege, Verwaltung und Service sind beteiligt und bringen sehr unterschiedliche Erwartungen mit. Während die einen medizinische Sicherheit und schnelle Entscheidungen in den Vordergrund stellen, geht es anderen um Arbeitsbelastung, reibungslose Abläufe oder das Patientenerleben. Schnell wird deutlich: Es fehlt ein gemeinsames Zukunftsbild.
Ziel ist es, ein gemeinsames positives Bild für die Patientenaufnahme zu entwickeln, das von allen Berufsgruppen mitgetragen wird. Die Beteiligten sollen sich darauf verständigen, was in einem Jahr als Erfolg gelten würde und welche Wirkung die neue Patientenaufnahme für Patient:innen, Mitarbeitende und die Organisation entfalten soll. Dieses gemeinsame Bild soll Orientierung für Entscheidungen geben und als Referenzpunkt für die weiteren Projekte dienen.
Konkrete Vorstellung durch die Methode Future Headlines
Die Methode Future Headlines macht diese Zukunftsvorstellung konkret. Das Projektteam wird dabei in Kleingruppen von drei bis vier Personen aufgeteilt, die sich gedanklich in eine erfolgreiche Zukunft versetzen und eine fiktive Zeitungsseite über den Projektabschluss gestalten. Auf einem Flipchart werden dabei jeweils mehrere Elemente ausgearbeitet: Name der Zeitung (fiktiv oder real), Coverbild (malen/visualisieren), Schlagzeile (Was wurde im Projekt erreicht?), Unterzeile (Worum geht es konkret?), Zitat (eine fiktive Stimme) und Infobox (Welche Wirkung ist entstanden?).
Im anschließenden Gallery Walk kommen die Kleingruppen über die Zukunftsbilder ins Gespräch und entwickeln ein gemeinsames Verständnis der Zielrichtung. Dafür bietet es sich an, dass alle Teilnehmenden jeweils drei Klebepunkte erhalten, die sie an besonders überzeugende Aspekte der unterschiedlichen Flipcharts anbringen können. So entsteht nicht nur eine Priorisierung, sondern auch die Möglichkeit, aus den verschiedenen Varianten eine geteilte Future Headline zu erstellen, die das Team während der Projektarbeit begleiten soll.