Nordrhein-Westfalen

NRW-Krankenhausplan wird ab 1. September umgesetzt

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NRW-Krankenhausplan wird ab 1. September umgesetzt
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Der Startschuss für den neuen Krankenhausplan in Nordrhein-Westfalen steht fest. Die Umsetzung beginnt ab dem 1. September. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellte am Mittwoch gemeinsam mit Akteuren des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens das weitere Verfahren vor. "Mit der Umsetzung der neuen Krankenhausplanung wird die stationäre Versorgung deutlich gestärkt – sowohl in der Grund- als auch in der Spezialversorgung. Zugleich wird die Qualität gesichert: Wenn ein Krankenhaus eine Leistung anbietet, können die Bürgerinnen und Bürger sicher sein, dass das Krankenhaus ausreichend Erfahrung in diesem Bereich hat", so Laumann. 

Am 1. September erhalten die Krankenhäuser umfangreiche Informationen und Unterlagen für das Verfahren, damit sie sich sorgfältig vorbereiten können. Am 17. Oktober werden die Bezirksregierungen die Krankenhäuser zu Verhandlungen mit den Krankenkassen über regionale Planungskonzepte auffordern. Ab diesem Zeitpunkt können die Krankenhäuser die dafür notwendigen Unterlagen digitale in einer eigens dafür bereitgestellten Datenaustausch- und Analyseplattform einstellen. Am 17. November starten dann die Verhandlungen zwischen den Krankenhäusern und Krankenkassen, die grundsätzlich nach spätestens sechs Monaten abgeschlossen sein müssen. Danach übernimmt die jeweilige Bezirksregierung die Verfahrensleitung und bezieht dann auch weitere Beteiligte auf regionaler und überregionaler Ebene mit ein. Das Ministerium entscheidet anschließend über die Versorungsaufträge. 

Der neue Krankenhausplan ermöglicht es dem Land künftig, die Krankenhausstrukturen aktiver zu gestalten. Die Planung erfolgt auf Basis konkreter Fallzahlen über sogenannte Leistungsbereiche und Leistungsgruppen in Verbindung mit Qualitätsvorgaben. So lässt sich eine bessere Koordination und Kooperation zwischen den Krankenhäusern mit einer Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung verbinden. Der Kranenhausplan gibt zudem vor, dass ein Krankenhaus mit internistischer und chirurgischer Versorgung für 90 Prozent der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen innerhalb von 20 Autominuten erreichbar sein muss. "Mit der jetzt anstehenden Umsetzung zur neuen Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen wird die dringend erforderliche Kehrtwende eingeleitet. Gemeinsam sollten jetzt alle Beteiligten die Chance nutzen, eine zukunftsfähige, qualitäts- und patientenorientierte Krankenhausstruktur im Land zu entwickeln. Durch Spezialisierung und Leistungskonzentration wird die Behandlungsqualität gestärkt und der Ressourceneinsatz optimiert. Die Patienten müssen darauf vertrauen können, dass Behandlungen nur dort erfolgen, wo die bestmöglichen Voraussetzungen dafür gegeben sind", sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest. 

Ludger Risse, stellvertretender Vorsitzender des Errichtungsausschusses Pflegekammer NRW betont, dass die knappe Ressource Pflege zielgenau eingesetzt werden müsse. Qualifizierte Pflegekräfte seien unverzichtbar, um die klinsiche Versorgung der Patienten mit hochwertigen pflegerischen Leistungen zu gewährleisten. "Durch die Beteiligung der Pflege an der Krankenhausplanung ergibt sich die Chance, analog zu ärztlichen Qualitätskriterien mittelfristig auch pflegerische Vorgaben zum Beispiel für fachbezogene Qualifikation der Pflegefachpersonen zu implementieren", so Risse. 

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Johannes Albert Gehle, setzt auf regionale und wohnortnahe Versorgungskonzepte. "DRG-System und fehlende Detailplanungen haben benachbarte, konkurrierende Krankenhäuser oft genug in ein Wettrüsten getrieben. An dessen Stelle müssen regionale oder wohnortnahe Versorgungskonzepte treten, damit knappe Ressourcen wie Personal und Investitionsmittel für die Patienten eingesetzt werden können: keine Konkurrenz, sondern Kooperation!"

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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