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f&w-Kolumne Trendscout

Digitale Kompetenz multiplizieren

Digitale Kompetenz multiplizieren

  • f&w
  • Technologie
  • 19.12.2018

f&w

Ausgabe 1/2019

Seite 89

Martin Schleicher

Um die viel beschworene digitale Transformation erfolgreich zu gestalten, ist in jedem Unternehmen ein Kulturwandel sowie digitale Kompetenz auf allen Ebenen – von den Führungskräften bis hin zu den Mitarbeitern – erforderlich. Letzteres ist die Fähigkeit, digitale Technologien zu verstehen und anzuwenden, im Rahmen des Aufgabenprofils zu nutzen und bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen aktiv mitzuwirken. Hinzu kommt die Bereitschaft, sich permanent neues Wissen anzueignen und dieses umzusetzen. Ein Blick ins Krankenhaus zeigt jedoch, dass digitale Kompetenz als Schlüsselqualifikation noch viel zu wenig vorhanden ist. Es fehlen Anforderungsprofile, Angebote zum Kompetenzerwerb, Zeit für Weiterbildungen und letztendlich Investitionen in die eigenen Mitarbeiter. Oftmals wird die Verantwortung auf den einzelnen Mitarbeiter abgewälzt, sodass sich dieser privat weiterbilden muss. Dieser Mangel ist ein großes Problem, da die Digitalisierung nur mit digital kompetenten Mitarbeitern erfolgreich sein kann.

In Anbetracht des steigenden Drucks zur Veränderung sollten Krankenhäuser das Fördern von digitaler Kompetenz selbst in die Hand nehmen und sich mit folgenden Lösungsansätzen näher beschäftigen: Kurzfristig besteht die Möglichkeit, Kompetenz mit externen Partnern wie Agenturen, Beratern und Start-ups einzukaufen oder neue Mitarbeiter mit entsprechenden Fähigkeiten zu rekrutieren. Der Fachkräftemangel erschwert jedoch die kostspielige Personalbeschaffung. Langfristig betrachtet, müssen die Lehrpläne der Ausbildungen und Studiengänge überarbeitet und angepasst werden. Einerseits betrifft dies die Inhalte, andererseits die Lehrkräfte, die das Lehren und Lernen ebenso verändern müssen. Besonders vielversprechend für die Kompetenzentwicklung ist das Stärken beziehungsweise Investieren in die eigene Personalentwicklung. Diese kann, zusammen mit der eigenen Akademie oder externen Einrichtungen, gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote zur digitalen Kompetenz entwickeln und allen Mitarbeitern anbieten. Die Angebote unterscheiden sich nach Ebene und Rolle sowie Reifegrad der Kompetenz – vom digitalen Anwender über den digitalen Gestalter bis hin zum digitalen Architekten.

Um möglichst schnell und breit aufgestellt digitale Kompetenz ins Krankenhaus zu bekommen, lohnt es sich, das Konzept der Multiplikatoren anzuschauen. Im ersten Schritt identifiziert die Personalentwicklung eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die sich als Multiplikatoren eignen und dafür bereit erklären. Im zweiten Schritt werden die ausgewählten Mitarbeiter umfangreich fortgebildet und deren digitale Kompetenz (weiter)entwickelt. Daran anschließend geben die Multiplikatoren ihre Fähigkeiten und ihr Wissen kontinuierlich an andere Mitarbeiter weiter, sind Ansprechpartner für die Digitalisierung und wirken bei digitalen Veränderungsprozessen aktiv mit. Bei der digitalen Transformation in Schulen, Stadtverwaltungen und Banken kommt das Konzept bereits zum Einsatz. Krankenhäuser sollten sich dies zum Vorbild nehmen und in die Schlüsselqualifikation digitale Kompetenz investieren, denn:„Digitalisierung ist 30 Prozent Technik und 70 Prozent Kultur.“

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