IT-Sicherheit

Hackerangriff auf Klinikum Dessau bestätigt

  • News des Tages
Hackerangriff auf Klinikum Dessau bestätigt
© Pixabay / Pete Linforth

Das Klinikum Dessau ist Ziel eines Hackerangriffs geworden – das bestätigt das Krankenhaus offiziell in dieser Woche. Die IT-Untersuchungen der letzten Tage hätten inzwischen ergeben, dass die Ursache ein gezielter Cyberangriff war. „Glücklicherweise haben die IT-Sicherungssysteme ausgelöst, so dass die IT-Verbindung des Klinikums schnell gekappt und so Schlimmeres verhindert werden konnte“, erklärt Klinikum-Sprecher Gelfo Kröger. Ob Daten des Krankenhauses entwendet wurden, werde derzeit noch geprüft, die zuständigen Behörden seien über den Angriff informiert.

Die Sicherheitslücke im IT-System, über die die Cyberattacke erst möglich wurde, sei identifiziert und geschlossen, teilt Kröger mit. Nach eingehender Prüfung ist das Dessauer Klinikum wieder an das Netz gegangen. „Das E-Mail-System ist wieder online, der externe Austausch via Mail sichergestellt“, bestätigt der Klinikum-Sprecher außerdem. Auch die MVZ-Praxen und das Altenpflegeheim „Am Georgengarten“ sind wieder uneingeschränkt erreichbar, die Homepage des Städtischen Klinikums ist seit Montag wieder online. 

Am 30. September meldete das Klinikum Dessau eine Störung im IT-Bereich. Sicherheitshalber wurde das Krankenhaus direkt vom Netz genommen. Das Krankenhausinformationssystem und die Patientenversorgung seien von der Störung unberührt geblieben, teilte das Klinikum mit. Krankenhaussubsysteme waren weiterhin vollumfänglich nutzbar. Diagnostik und Behandlung liefen im Normalbetrieb und auch die interne Kommunikation via E-Mail sowie Intranet funktionierte ohne Einschränkung. Externe E-Mail-Verbindungen und die Remote-Zugänge waren jedoch nicht mehr möglich, da das Städtische Klinikum offline war. Auch bei einigen niedergelassenen MVZ-Praxen waren die Kontaktmöglichkeiten beeinträchtigt. Das Krankenhaus war nur via Telefon und Fax zu erreichen.

Hackerangriffe in der Klinikbranche häufen sich. Wegen der steigenden Digitalisierung der Krankenhäuser werden sie häufiger zur Angriffsfläche. Erst im September wurden die SRH-Kliniken Angriffsziel von Hackern. Im Juli wurde das Klinikum Wolfenbüttel Juli Opfer einer Cyberattacke. Mit einem Verschlüsselungstrojaner wurde es um Lösegeld erpresst. Der Angriff konnte laut Klinikum schnell eingedämmt werden und die klinischen Systeme liefen am Anfang August wieder. Im Corona-Jahr 2020 wurden insgesamt 43 Angriffe auf Gesundheitsdienstleister registriert – doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Darunter das Düsseldorfer Universitätsklinikum, das für 13 Tage vom Netz war. Bereits zu Beginn der Pandemie warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereits die Branche und riet, Schutzvorkehrungen zu treffen. Das Lukaskrankenhaus Neussmusste bereits 2016 einen Hackerangriff mit Erpressungsversuch abwehren. Die Sicherheitsstandards wurden seitdem verschärft.

Autor

 Anika Pfeiffer

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich