Orientierungswert von Arne Evers

Wir sind gekommen, um zu bleiben

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Wir sind gekommen, um zu bleiben
Arne Evers

Die Errungenschaften der vergangenen Jahre für die Pflege lesen sich durchaus gut: Kammern wurden und werden gegründet, verbindliche Personaluntergrenzen sind gezogen, Heilkunde wurde auf Pflege übertragen, es gibt in der Krankenhausfinanzierung eine separate Pflegefinanzierung, ein Personalbemessungsinstrument ist startklar und auch ein monetärer Pflegebonus ist kurz vor der Auszahlung.

All dies verleitet zu sagen, dass Politik und Gesellschaft verstanden hätten. Die bittere Realität ist allerdings anders: Die Pflegekammer in Niedersachsen wird skandalös wieder aufgelöst, Untergrenzen werden nach Belieben aus- und nur teilweise wieder angeschaltet, die Selbstverwaltung verwandelt die Finanzierung in ein bürokratisches Ungetüm. Das Personalbemessungsinstrument fristet seit bald einem Jahr ein Schattendasein, und ob die Heilkundeübertragung mit Ende der Pandemie verstetigt wird, ist anhand der bald endenden Legislatur fraglich. Auch vom Pflegebonus profitieren nicht alle Pflegefachpersonen, eine kurzfristige, dauerhafte und deutliche Erhöhung von Gehältern ist nicht zu sehen. Somit kommt das Gefühl auf, dass agiert wird nach dem Motto: „Schön, dass ihr da wart, Zeit, dass ihr geht“.

Natürlich soll niemand gescholten werden, der versucht für jahrelang fehlende Pflegepolitik nun etwas Besseres zu konstruieren. Es wäre nur wünschenswert, diese Bauwerke dauerhaft zu errichten. Verstetigung heißt: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Damit dies funktioniert, muss kontinuierlich daran gearbeitet und vor allem weiterentwickelt werden: Untergrenzen sind nicht per se schlecht, bei der Heilkunde muss noch eine Schippe drauf; die Pflegefinanzierung muss in ein eigenes System überführt werden, Kammern sollten ordentlich gegründet werden - und vor allem sollte man Widerstand auch dauerhaft aushalten. Die Versprechungen aus der Konzertierten Aktion müssen tatsächlich umgesetzt und Gehälter kurzfristig erhöht werden. Der Pflegenotstand in Deutschland hat keine Zeit für Trial-and-Error, sondern die Pflegefachkräfte haben „Gute Idee – machen wir!“ verdient.

Autor

 Florian Albert

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